Strophe 1
«Zart, heimlich» ist dieser dreiteilige Gesang überschrieben. Schon die ersten beiden Töne im Nonenklang der Klaviereinleitung spannen sich über vier Oktaven und öffnen eine geistige Weite zwischen Irdischem und Himmlischem. Die schweifende Harmonik gibt dem Lied sofort etwas Grenzenloses, die Quart- und Quintintervalle im Bass zusätzlich etwas Mystisches.
Dann beginnt die erste Strophe in pochendem Herzensrhythmus, zuerst mit natürlichem h, das sich mit einem Cis zur Sekunde weitet. In fis-moll, der Dominante von E-Dur, steigt die Gesangsstimme empor und verwandelt die konjunktivistische Formulierung Eichendorffs «Es ist, als hätt’…» in poetisch schwebende Musik. Leise Repetitionen und ein weiteres, ruhiges Sich-Ausbreiten der Melodie schaffen die Atmosphäre eines romantischen Ich-Bewusstseins.
Strophe 2
Die Klaviereinleitung des Beginns wird wiederholt. Die schwebenden Sechzehntel klingen nun wie eine sanfte Brise der Nacht über Felder und Wälder, und wieder tendiert die Melodie von der schweifenden fis-moll-Dominante in Richtung der Tonika E-Dur.
Strophe 3:
Der Übergang vom romantischen Naturerleben zur eigenen Selbstwahrnehmung verändert die Musik der dritten Strophe. Die Klaviereinleitung des Anfangs ist jetzt als Gegenstimme direkt mit der emphatisch sich aufschwingenden Gesangsmelodie verflochten. Der Gesang endet schliesslich nicht auf der Tonika, sondern auf dem geheimnisvollen, dissonanten Quintsextakkord Gis-H D E. Das Nachspiel lässt die Klaviereinleitung dann aber in die romantische Weite religiösen Ich-Bewusstseins ausklingen.