Aus einem stillen Kontinuum tauchen leise «Atemzüge» des gedämpft spielenden Streicherensembles auf – ein Puls nach dem andern anwachsend und verklingend. Für das ganze Musikstücks ist dieses ruhige An- und Abschwellen des Klanges sozusagen ein Tiefen-Kontinuum des Daseins. Aus diesem Kontinuum heraus löst sich in der höher als die Violinen spielenden Bratsche ein leicht gewundenes Motiv und weitet sich im ganzen Orchester in eine aufsteigende Triole aus. Nach dem Ersterben des Klanges (morendo) setzen die ersten Geigen und Bratschen erneut in hoher Lage mit einem neuen Motiv ein und führen über in eine ausweitende melodiöse Überleitung, immer wieder von ruhigen «Atemzügen» begleitet.
Neu bewegt setzen die Geigen im Unisono ihr eigenes Triolenmotiv fort, einsam nachklingend in den zweiten Geigen. Danach wechselt der Rhythmus in ein unregelmässiges, leidenschaftlich atmendes Lento des homophon spielenden Streicherensembles.
Eine neue längere Phrase hebt an, - sehr ruhig, auf- und abschwellend, seufzend und polyphon durchs ganze Orchester ziehend – und schliesst mit einem schönen ruhigen Bratschensolo ab.
Erneut pulsiert darauf das homophon hervortretende Lento in stockendem Tempo weiter. Darüber spielen die hohen Geigen unisono das Anfangsmotiv der Bratsche und entwickeln es in eine leidenschaftliche Melodie. Die Harmonie wirkt wie vertraute Mollakkorde, die von Dissonanzen durchzogen sind. Nach einer erneuten Steigerung fallen die hellen Geigen zurück in ruhiges Verklingen. Leben und Absterben in einer gewundenen Lebensmelodie.