Jean Baptiste Lully: Petit Motet « Regina coeli » (LWV 77/12) (gegen 1685)
Jean Baptiste de Lully
geboren 28. Nov. 1632 in Florenz
gestorben 22. März 1687 in Paris
Geht man philosophisch von einer pan-en-theistischen Wirklichkeitsvorstellung[i] aus, dann ist die Rezeption einer traditionellen Marienverehrung ein Weg, mit weiblich-personaler Symbolik die Vorstellung eines «Göttlichen in allem» auszuweiten und geschlechterrelevant zu ent-fixieren.
Von Gott zu sprechen verfällt immer wieder geistiger Enge und muss immer wieder gesprengt werden. Dazu dienen Dichtung (siehe Psalmen) und geistliche Musik (im weiteren Sinn), damit Religion nicht in Dogmatik oder Systematik verfällt.
[i] Gemeint ist eine weltanschauliche Vorstellung im Sinne der lukanischen Areopag-Rede von Apg 17,28 : «Denn in ihm leben wir und weben wir und sind wir, wie auch einige Dichtern bei euch gesagt haben: ‚Wir sind von seiner Art’».)